Brief

Von Friedrich Christoph Perthes (13. bis 16. Juni 1812)

1812 Juni 13 Auf G.s gütige Zuschrift durch den jungen Goby (P. Gauby) habe P. wegen der eiligen Abmarsches des weimarischen Bataillons nach der Nord Seeküste nicht reagieren können. Über (? A.) von Egloffstein habe er aber das Empfehlungsschreiben für Gauby nach Bremen gesandt. Nun gehe das Gerücht, daß das weimarische Kontingent mit dem sächsischen an die Ost Seeküste marschiere. - Gauby habe allgemein einen guten Eindruck hinterlassen. - G. habe recht, daß jeder der über sich vermag auf seiner Stelle den Standpunkt eines ruhigen, wenn auch nicht heiteren Ueberblicks zu gewinnen [...] ohne zu wandern Kosmopolit werden könne. - Über P.s Begegnung mit thüringischen Landsleuten. - Lob für den 1. Teil von G.s "Dichtung und Wahrheit", der hohen historischen Wert besitze. - Die letzte Buch-Messe habe P. durch die große Zahl an Büchern sehr bestärkt. - Der siebte Band von J. von Müllers "Sämtlichen Werken" ("Johannes von Müllers Lebensgeschichte") habe P. sehr ergriffen: wie unglücklich der so für Glück geeignete Mann. - D. Runge, der jetzt nicht mehr hier ist, habe geschrieben, mit O. Runges Tod sei ihm eine halbe Welt gestorben. 1812 Juni 16 Soeben verlasse ihn Gauby, der mit dem Weimaraner Heer nach Stralsund gehe. Ich habe Ihren Brief nach Stralsund mitgegeben an einen sehr braven Mann, der ihn auch bei weiterem Marsch ferner empfehlen wird.

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