Brief

Von Johann Sulpiz Melchior Dominikus Boisserée (6. Oktober 1821)

B. habe G.s Sendung von Marienbad (mit B.s Manuskript "Geschichte und Beschreibung des Doms von Köln", vgl. GSA 36/III,14 und Ruppert 2331) erhalten. - Über die Schwierigkeiten bei der Übersetzung durch einen B. empfohlenen Franzosen (D. J. Mozin), die dieser verwünschte Gesell erst mit Verzögerung und unbrauchbar geliefert habe, so daß sich B. selbst darüber werfen, und Alles umschreiben muste. Das Manuskript sei mittlerweile bei A. C. Quatremère de Quincy in Paris zur definitiven Redaction. - Der erste in der nächsten Woche abfahrende Postwagen werde G. die Aushängebogen von G. Schwabs Drei-König Legende (von Johannes von Hildesheim) bringen; Empfehlungen von Schwab. - B. werde demnächst eine neue vollständige Abschrift des Textes zum Domwerk (vgl. "Ansichten, Risse ... des Doms von Köln") für G. anfertigen lassen und hoffe, dann auch den Erscheinungstermin für dieses elephantische Kupfer-Werk mitteilen zu können; erwähnt: eine Familien Reise nach Köln. - Über den guten Fortschritt des lithographischen Werkes ("Die Sammlung Alt-, Nieder- und Oberdeutscher Gemälde der Brüder ... Boisserée und Johann Bertram. Lithographiert von N. Strixner"), für das zwei weitere Platten fertiggestellt seien, darunter der H. Christoph von Hemling (richtig: Seitenflügel des Dreikönigsaltars von D. Bouts). - G. Jäger freue sich auf die von G. versprochene Mittheilung über die bei Weimar gefundenen Fossilien und wolle Nachricht über ähnliche Entdeckungen hier zu Lande geben. - Empfehlung für W. Shukowski, der vieles von G.s und Schillers Werken ins Russische übersetzt habe (u. a. "Die Jungfrau von Orleans"). Er reise im Gefolge der Großfürstin Alexandra Fjodorowna von Rußland und wolle G. demnächst aufsuchen (vgl. G.s Tagebuchnotiz vom 29. Oktober). - Hoffnung auf gute Wirkung der Badereise (nach Marienbad vom 26. Juli bis 15. September) und daß es G., seinen Kindern und Enkeln gut ergehe.

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