Brief

Von Friedrich Theodor Adam Heinrich von Müller (30. Juni 1819)

Über L. Oken und die "Isis": K. W. von Fritsch habe M. lesen lassen, was G. ihm über die Ockeniade geantwortet habe. M. habe daraufhin die schmähliche Inconsequenz anschaulich gemacht, wenn Man einen Lehrer fortlesen lässt, den Man, damit er nicht lese, abgesezt (vgl. RA 8, Nr. 885). M. schreibe das gestern durch die Polizei erlassene definitive Verbot der "Isis" auch dem Eindruck seiner Worte zu. - Der Jubel in Gent, Ems und Wilhelmsthal (in der großherzoglichen Familie) über die Geburt des Sohnes von Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar (Prinz Wilhelm, am 25. Juni) scheint überaus groß zu seyn; erwähnt: C. G. von Voigt. - A. und O. von Goethe habe M. gestern sehr wohl u. heiter angetroffen. - Bedauern, ohne G.s ReiseSeegen zu unsern Freundinnen (Gräfinnen K. und J. Egloffstein) nach Marienrode bei Hildesheim und in den Harz abreisen zu müssen. G.s "Harzreise im Winter" werde M. zum Brocken geleiten, die Walpurgis-Nacht aus Faust ihn dort umsausen. Er hoffe, bei seiner Rückkehr in drei Wochen G. in Karlsbad zu wissen. - Gruß an K. L. von Knebel.

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