Brief

Von Karl Friedrich Anton Conta (20. September 1820)

Glückwunsch zur Geburt des zweiten Enkels (Wolfgang am 18. September); erwähnt: A. und O. von Goethe. - C. und sein Bekanntenkreis stünden mit voller Überzeugung hinter dem Gedicht der Mainzer Verehrer (F. Lehne "Des Sängers Bild und Kranz", im Namen der Mainzer Lesegesellschaft; vgl. RA 9, Nr. 408), sie seien stolz auf den Vorzug, G.s Zeitgenossen zu seyn und entsprechend in ihrer Eitelkeit verletzt durch die Xenie 'Denn bist du nur erst hundert Jahr berühmt ' (in: "Über Kunst und Altertum" II 3). G.s "Urworte. Orphisch" (ebd.) bedurften nur gegenüber männlichen Zuhörern einer Erklärung, nicht aber gegenüber den weiblichen wie L. Stichling, W. Günther, C. von Froriep, Professorin Schrader aus Erlangen (? richtig: L. Schrader aus Tübingen) und C.s Frau. Letztere seien auch sehr gerührt von der Xenie "Ein alter Mann ist stets ein König Lear! ..." (ebd.). Alle hätten versichert, so lieb habe man G. erst durch diese Gedichte gewonnen. Dem Ehepaar Stichling müsse C. wiederholt aus diesem Heft vorlesen. - Beigelegt seien außer diplomatischen Berichten eine Abschrift des ergangenen Reskripts für F. R. J. Eckhardt (vgl. RA 9, Nr. 378). - J. I. von Cruickshank werde in einigen Tagen aus Regensburg kommend in Weimar eintreffen.

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