Brief
An Johann Heinrich Meyer (24. November 1799)
Die capitolinische Venus ist sehr gut gerathen, so schön gesehen und gedacht als geschrieben. Sie soll gleich den nächsten Bogen einnehmen.
Haben Sie doch ja die Güte nun an die nächste Preisaufgabe zu denken.
An John und Kohl dächt’ ich schrieben Sie unmittelbar, bald möglichst und erwarteten erst ihre Antwort. Man kann hernach allenfalls noch die Vermittlung von Lerse suchen.
Können Sie die Beydruckung der Nachricht wegen des Damenkalenders, deren Ton so wenig zu den Propyläen passt, bey Gädike verhindern, ohne daß ich mich ausdrücklich darüber zu erklaren brauche, so ist es gut, wo nicht, so muß ich freylich mit einem förmlichen Interdict vorschreiten. Wenn man sie besonders drucken und beylegen will, so habe ich nichts dagegen, wünsche aber daß man ein ander Format und lateinische Lettern nehme. Schreiben Sie mir was Sie deshalb ausrichten.
Die chromatischen Arbeiten gehen gut von Flecke. Es kommt freylich jetzt darauf an über den mannigfaltigen Stoff Herr zu werden, den Ideen, die das Ganze beleben sollen eine vollkommne Herrschafft zu verschaffen. Leider werde ich aber auch dießmal wieder abbrechen müssen. Leben Sie recht wohl und gedenken mein.
Jena am 24 Nov 1799. G.
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