Brief
Von Friedrich Schiller (26. April 1799)
S. habe sich an eine Regierungsgeschichte der Königin Elisabeth gemacht und den Prozeß der Maria Stuart zu studieren angefangen. Der Stoff, der einige tragische Hauptmotive enthalte, scheine sich zur vollständigsten Darstellung des Zustandes entsprechend der Euripidischen Methode zu eignen, und S. sehe eine Möglichkeit, den ganzen Gerichtsgang zugleich mit allem politischen auf die Seite zu bringen, und die Tragödie mit der Verurtheilung anzufangen. - Bitte um die notierten Werke aus der Weimarer Bibliothek und der Sammlung des Herzogs Karl August (G. Buchanan "Rerum Scoticarum historia", Utrecht 1668; A. du Chesne "Histoire d'Angleterre, d'Ecosse et d'Irlande", Paris 1614; F. Gentz "Maria Stuart, Königin von Schottland", in: "Historisches Journal", 1799) und Erwähnung des bereits entliehenen Werkes von W. Camden ("Annales rerum Anglicarum et hibernicarum regnante Elisabetha ad annum salutis MDLXXXIX", London 1615). - Dank für alles angenehme in Weimar und Bitte, am ersten May hier zu seyn, um Cotta nicht zu versäumen.
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