Brief
Von Karl Ludwig von Knebel (18. Juli 1798)
G.s Gedicht "Die Metamorphose der Pflanzen" ("Musenalmanach" für 1799) mache auf K. einen seltsamen gefälligen Eindruck. G. führe die Poesie auf die simplen lehrenden Formen zurück, in denen z. B. Empedokles, Lukrez und Vergil ihre Naturkenntnisse in Verse gebracht haben. Dabei werde die Poesie von einer gefälligen Freundin zur Lehrerin erhoben. K. hätte allerdings den ganzen Hexameter dem elegischen Vers vorgezogen. - K. habe seiner Frau den Abschied geschrieben - und schreiben müssen. Sollte sie sich ja wieder einfinden, so müßte es unter etwas strengern Bedingungen geschehen, und fern von der abscheulichen Mutter. - Es freue K., daß das Theater in Weimar so schöne Dekorationen bekomme. - Die Eisen in Günthersfeld seien bezahlt (vgl. RA 2, Nr. 1372). - Dank für die aus Jena zugeschickte Kisten mit Papieren und Mineralien und Hinweis auf eine Kiste mit Briefen, die noch in Jena sein müsse (vgl. RA 2, Nr. 1312). - K. übersendet einen Käs.
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