Brief
Von Juliane Auguste Christiane von Bechtolsheim (19. März 1818)
B. befinde sich auf dem Landgut ihres ältesten Bruders (Graf C. Keller). - Dank für G.s Überarbeitung ihres Gedichtzyklus "Weimars Meistersänger" (vgl. RA 8, Nr. 93 und G.s Verse "Der einmal ein Zaubrer hieß ...", WA I 5. 1, 120). Bemerkungen zu den vorgeschlagenen Änderungen mit einigen neuen Varianten zu bereits korrigierten Textstellen; erwähnt: das Sonett auf Schiller. - Demnächst übersende B. einen kleinen Roman in vierzehn Liederchen unter dem Titel "Lianens Rosen- und Dornengewinde" (später "Amandas flüchtiger Rosentraum"). Der Held dieses Werkes sei G., sozusagen als Gestaltung einer vor mehr als dreißig Jahren lodernden Flamme. - Zitat ihres Gedichts Wahl in der Noth aus der Sammlung eigener kleiner Gedichte, das entstanden sei, als ein Rezensent im älteren Freymüthigen alle weiblichen Geistesprodukte ohne männlichen Beytritt, WindEyer nannte (Rezension über F. Brun "Gedichte", in: "Der Freimütige" 1804, Nr. 25). - Anbei erhalte G. mit Verspätung von eineinhalb Jahren ein Taschenbuch vom vorigen Jahr. Der Auftraggeber dieser Sendung sei der G. vielleicht bekannte Maler und Dichter K. Nehrlich (vgl. RA 2, Nr. 1042). Nähere Angaben über ihn; erwähnt: Nehrlichs Anstellung bei den Prinzessinnen von Hohenzollern-Hechingen, Fürst Friedrich von Hohenzollern-Hechingen und E. A. von Gersdorff. Nehrlich wünsche in seiner Vaterstadt Eisenach am Gymnasium angestellt zu werden, bekomme jedoch vom Oberkonsistorium keine Empfehlung (vgl. RA 7, Nr. 467).
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