Normalzeugnis Zeugnis

Carl August, Tagebuch 2. 11. 1779 (*JbGG 11, 134)

Früh um 8 Uhr sezten wir uns in die Kutsche und fuhren nach Verni zu pp. Diodati, frühstückten dorten und fuhren in seiner Begleitung nach Chouillx zum Brigadier von Chateauviex welcher meiner Frau viel Höflichkeit erzeugt hat wie sie hier war. Hier ward sehr weise über die Thorheit unseres Vorsatzes in dieser Jahrszeit nach den Savoyishen Gletschern zu reisen gesprochen. Alle nur ersinnl: Weltlauten und der Französ. Sprache je mögliche, wie auch zieml. unbescheidene Emphase ward angewand um uns davon abzubringen; Sie trieben ihren Eifer so weit daß ich mich genöthigt sahe, mich durch einige Lügen aus der Sache heraus zu helfen; hätte ich dießes Mittel nicht ergriffen, so würde mich der Eckel über ihre kluge Vorsichtigkeit, zum Erbrechen gebracht haben. Wir fuhren wieder herein; ich ging noch vor Tisch zu Madam le Foir einer gebohrnen Schmettau ... Diodati aß bey uns, nach Tisch fuhren wir mit ihm zum Profeßor de Sauçure auf sein Land Guth; Es liegt am See und ist auserordentl. schön. Er ist von sehr schöner Figur, und hat eine Tochter, die mir den Ansehen nach sehr liebenswürdig schien. Seine auserordentl. Reisen nach den Eisgebürgen haben ihn bekant gemacht. Wir fragten ihn wegen unsers Projects um Rath, und er sagte daß wir ohne alle Gefahr, und ohne grose Beschwernüße die Reise unternehmen könten. Wieder nach Hauß. Juel endigte Göthens Bild, es ist dünckt mir sehr gut gerathen ... In Diodati habe ich mich betrogen, es ist ein solcher verfluchter welt Schof? als einer unter der Sonne.

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