Brief
Von Friedrich Schiller (7. September 1794)
Mit Freuden nehme S. die Einladung G.s nach Weimar an: müsse jedoch im Hinblick auf seinen schlechten Gesundheitszustand die Bedingung stellen, daß G. in keinem einzigen Stück seiner häußlichen Ordnung auf ihn rechne. Ich bitte bloß um die leidige Freyheit, bey Ihnen krank seyn zu dürfen. - Ausführliche Stellungnahme zu "Charis oder über das Schöne und die Schönheit in den nachbildenden Künsten" (Ruppert 3203) von F. W. B. von Ramdohr, durchdessen "Beschreibung der Gemäldegalerie des Freiherrn von Brabeck zu Hildesheim" (Hannover 1792) S. wieder Vertrauen zu ihm gewonnen habe. S. lege dem Brief den Anfang seiner Abhandlung "Vom Erhabenen" bei. - Hinweis auf S.s in Nr. 298 und 299 der "Allgemeinen Literaturzeitung" vom 11. und 12. September 1794 erschienene Kritik der Gedichte F. Matthissons. Bei dem gänzlichen Mangel objectiver Geschmacksgesetze habe sich S. bei dieser Rezension entschlossen, zugleich der Gesetzgeber und der Richter zu sein.
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