Tagebucheintrag

Reisetagebuch Italien 1786, 9. September 1786

d. 9 Sept. 86 Abends. Da ich meine flüchtige Bemerckungen dieser Tage zusammenbringe,schreibe und hefte; so findet sich’s das sie beynahe einBuch werden, ich widme es dir. So wenig es ist wird es dicherfreuen und wird mir in der Folge Gelegenheit geben besser ordentlicher und ausführlicher zu erzählen. Wir werden nungerne etwas von diesen Gegenden lesen, weil ich sie gesehn,manches über sie gedacht habe und du sie durch mich genießensollst. Ich werde so fortfahren von Zeit zu Zeit einen Rasttag zumachen und das Vergangne in Ordnung zu bringen denn in die Weite gehts nicht und man mag zulezt die einzelnen Blätternicht mehr ansehn. Hier oben in einem wohlgebauten, reinlichen, bequemen Hause seh ich nun noch einmal nach dir zurück. Von hier fliesen dieWasser nach Deutschland und nach Welschland diesen hoff ich morgen zu folgen. Wie sonderbar daß ich schon zweymal auf soeinem Punckte stand, ausruhte und nicht hinüber kam! Auchglaub ich es nicht eher als bis ich drunten bin. Was andern Menschen gemein und leicht ist, wird mir sauer gemacht. Lebewohl! Gedenck an mich in dieser wichtigen Epoche meines Lebens.Ich bin wohl, freyen Gemüths und aus diesen Blättern wirst du sehn wie ich der Welt genieße. Lebwohl. Der ganze Tagist mir über diesen Papieren hingegangen. G

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