Brief

Von Alois Ludwig Hirt (12. April 1796)

H. dankt für die von J. H. Meyer erhaltene Aufforderung und übersendet seine "Reise von Grottaferrata nach dem Fucinischen See und Monte Casino", über deren Aufnahme in die "Horen" G. entscheiden solle. Bitte um Korrektur der Schrift. Sofern diese gedruckt werde, könne H. ihre Fortsetzung nachsenden. Gleichzeitig schicke er sechs kleine Zeichnungen zur Veröffentlichung und hoffe auf eine Umsetzung durch einen guten Kupferstecher. Da H. eine Reihe von Kunststudien erarbeitet habe, wozu Abhandlungen über Monumente, Kunstwerke, Kunstepochen, die Kunsttheorie und Künstlerbiographien zählten, wünsche er genauere Auskunft über das Anliegen der "Horen", ihre Anforderungen an zu veröffentlichende Aufsätze und Zeichnungen und über die Honorare. - Im vergangenen Winter habe sich H. mit der kunstliebenden Fürstin Luise von Anhalt-Dessau und der ebenso interessierten Frau Rietz aus Berlin beschäftigt. Die Fürstin werde möglicherweise den Sommer in Rom mit F. Matthisson verbringen. - Der Maler G. Hamilton habe in einer neu entdeckten Höhle verschiedene Büsten von Apollo und Latona (Leto) und Säulen gefunden. A. Canovas jüngst ausgestelltes Werk Herkules, der den Cylas in die See schleudert, finde viele Bewunderer; nach H.s Urteil sei es die abscheulichste Karikatur. F. Bury habe zwei Kopien nach Leonardo da Vinci an F. S. C. Brun verkauft. - Bitte, G. möge nach Italien den "Faust" und "Wilhelm Meisters Lehrjahre" mitbringen. Grüße an Herzogin Anna Amalia, L. von Göchhausen und Herder.

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