Normalzeugnis Zeugnis

K. Wagner nach L. J. F. Höpfner (Wagner3 S. 186)

Ganz anders als in Dichtung und Wahrheit nahm sie die Begegnung Goethes mit Höpfner sich (nach glaubwürdigster Erzählung) im Munde Höpfners aus, wenn er sie dramatisirte, die seltsame Erscheinung des wunderschönen jungen Menschen mit den feuervollen Augen und dem unbeholfnen linkischen Anstande beschrieb, seine komischen Reden wiederholte und dann endlich zur Explosion kam, wie der blöde Student aufsprang und Höpfnern um den Hals fiel, mit den Worten: „Ich bin Goethe! Verzeihen Sie mir meine Posse, lieber Höpfner; aber ich weiß, daß man bei der gewöhnlichen Art, durch einen Dritten mit einander bekannt gemacht zu werden, lange sich gegenüber steif und fremd bleibt, und da dachte ich, wollte ich in Ihre Freundschaft lieber gleich mit beiden Füßen hineinspringen und so, hoff’ ich, soll’s zwischen uns sein und werden durch den Spaß, den ich mir erlaubt habe.“

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