Brief
Von Johann Sulpiz Melchior Dominikus Boisserée (23. März 1820)
B. übersende eine Ausgabe des "Kunstblatts" (zum MBl, vom 20. März), die eine Anfrage zu Johannes Secundus, einem Freund J. van Scorels, enthalte. Scorel habe mehrere Bildnisse seines Freundes gemalt, von denen sich Stiche in verschiedenen Ausgaben von dessen Gedichten befänden (vgl. u. a. "Opera", Ruppert 1479); erwähnt: Johannes Secundus' Geliebte Julia, sein Bildniß des alten Schulmeisters Michael und sein sich darauf beziehendes Gedicht ("Epitaphium Michaelis cujusdam senis") sowie seine Gedichte auf Scorel (ein Epigramm, eine Versepistel und ein Prosabrief). B. vermute, daß Johannes Secundus auch Medailleur gewesen sei und frage, ob G. bei seinem vielen Sammeln und Forschen im SchaumüntzFach dergleichen bekannt geworden sei. - G.s "West-östlicher Divan" sei für B. wie ein Kästchen voll Perlen und Edelsteine soviel Weisheit Geist und Liebe ist darin enthalten. - Bitte um Antwort wegen der Bereitstellung des Manuskripts ("Liber de translatione trium regum" von Johannes von Hildesheim, vgl. Ruppert 2673) für die Herausgabe der Dreikönigslegende (durch G. Schwab). - Grüße von M. Boisserée und J. B. Bertram.
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