Brief
An Johann Christian Mannlich (15. August 1806)
Hochwohlgeborner Insonders hochgeehrtester Herr,
Bey meiner Rückkunft von Carlsbad finde ich die zu letzt übersendeten Bronçe Medaillen und verfehle nicht für die dabey gehabte Bemühung nochmals meinen ge horsamsten Dank abzustatten, indem ich hoffe, daß meine Schuld indessen abgetragen worden ist. Auch diese Sendung ist wie die vorhergehende sehr glücklich ausgefallen, indem ich dadurch abermals manches interessante Neue, und von dem was ich schon besaß, bessere Exemplare erhalten habe. Möchten Ew. Hochwohlgebor eine nochmalige Bestellung die ser Art gefällig ergehen lassen, so würden Sie mich dadurch besonders verbinden.
Mit Sehnsucht erwart’ ich den uns allen erwünschten und oft versprochenen Frieden um des allgemeinen Wohlseyns so wie besonders um der Künste willen, die uns zunächst in teressiren. Möchte doch die Zeit bald kommen, in welcher die Besitzungen so sicher werden, daß man aus dem Mittelpuncte nach der Peripherie zu das Gute wirken kann. Die mir früher mitgetheilten Vorschläge liegen mir immer im Sinne und ich wün sche deren Ausführung zu erleben. Alles Gute anwünschend unterzeichne ich mich mit ganz besondrer Hochachtung
Ew Hochwohlgeb
Jena den 15 August 1806.
ganz gehorsamsten Diener
JWvGoethe
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