Brief
Von Karl Ludwig von Knebel (4. April 1813)
Betrachtung über die unruhige Zeit. K. glaube, daß man von dem Anlauf wilder Horden, wenigstens auf eine Zeit noch, verschonet bleiben werde. Er lese jetzt meist nur ernstere Geschichte. Die gegenwärtige Sterblichkeit sei auch in Jena nicht so groß als man sie macht; Hinweis auf den Dank eines französischen Kapitäns (Baquet) in den "Privilegierten Jenaischen wöchentlichen Anzeigen" (vom 2. April) für die gute Aufnahme und auch für die reine Luft. Vorgestern seien Bayern, Franzosen und Italiener durchgezogen. Was dabei wehe that, ist die Abneigung, die man unter den Nationen gegen einander beobachten kan. - Hinweis auf einen gestochenen Abdruck einiger merkwürdigen Handschriften, darunter von Voltaire, B. Franklin, Rousseau und Elisabeth von England, im MBl (Nr. 44; Beilage zur Anzeige von E. Hocquart "L'art de juger du caractère des hommes sur leur écriture"). - A. von Helvig habe K.s letzte Vermahnungen nicht so ganz gelind aufgenommen (vgl. RA 6, Nr. 585). Bitte um Zusendung der übrigen Freimaurersreden, die am 18. Febr. auf Wieland gesprochen worden seien (besonders die Rede von K. J. R. Ridel; vgl. "Wielands Totenfeier in der Loge Amalia"). - T. J. Seebeck solle, wie K. von J. W. Döbereiner höre, eine Entdeckung gemacht haben, die ihm viel Freude macht (vgl. RA 6, Nr. 682).
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