Normalzeugnis Zeugnis
Schiller an Cotta 29. 5. 1798 (SNA 29, 240)
Göthe schickt Ihnen hier das Schema von dem Werk, das er herausgeben will. Sie ersehen daraus, wie ernstlich und bedeutend die Sache wird, und daß es eine wichtige, auf keinen Fall riskante Unternehmung für Sie werden muß. Eine Art von Zeitschrift, die Göthe herausgiebt, muß einschlagen und muß Ihrem Verlag einen neuen Glanz verschaffen.
Die Früchte meiner Finanznegotiation mit ihm sind diese, daß er für jedes Stück a 11 Bogen sechzig Karolin sich ausbedingt. Der Contract kann von Ihnen auf eine beliebige Anzahl von Stücken gestellt werden, worauf man ihn wieder erneuern oder, wenn das Werk sehr gut geht, zu seinem Vortheile steigern kann. Die Summe wünschte er nach Ablieferung des jedesmaligen Mscrpts zu einem ganzen Stück bezahlt zu bekommen, es ist ihm aber ganz eins, ob in Gold oder Laubthalern. Die Lettern worauf der Haupttext der Horen gedruckt ist, gefielen ihm am besten, 24 Zeilen wünschte er die Seiten stark, aber das Format so groß wie das der Horen. Alles übrige werden Sie in seinem eigenen Schema finden. Das Werk wird wahrscheinlich den Titel:
Der Künstler
erhalten, und schon dadurch einen weiten Kreis um sich ziehen.
Jetzt bitte ich Sie aber, sich schnell zu resolvieren und mir bald möglichst Nachricht zu geben ... ob Sie die Vorschläge eingehen wollen. Göthe ist lebhaft für die Sache interessiert und wünscht bald zu wißen wie er daran ist.
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