Brief

Von Friedrich Schiller (17. Dezember 1800)

Daß sich G. wegen der für den 18. Januar 1801 geplanten Berliner Aufführung des "Tancred" mit seiner Bearbeitung beeilen müsse, hält S. für recht günstig. - Um die Proben zu Glucks "Iphigenie auf Tauris" wolle sich S. mit J. H. Meyer kümmern, obwohl am 20. Dezember wahrscheinlich Mozarts "Cosi fan tutte" gespielt werde. - An Iffland wolle S. schreiben, daß nunmehr die Zeit des Kommens von seiner Convenienz abhänge und daß er im Mai 1801 sehr willkommen seyn werde. - Daß Sie unterdeßen mit den Musen allein leben und die Philosophen (Schelling, Niethammer, J. W. Ritter) verbannt haben, hören wir mit großem Vergnügen. Auch möge G. nun erfahren, daß sich die poetische Muse im Nothfall auch commandieren lasse. S. sei über einige schwere Parthien in der "Jungfrau von Orleans" glücklich weg.

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