Brief
Von Johann Kaspar Lavater (1. Mai 1774)
Goethe, deine Briefe freuen uns, nützen uns [...]. - L.s Vater und sein Sohn Hans Kaspar seien todkrank; J. K. Pfenninger sei auf dem Schloßgut Hegi bei Winterthur. - Die Gedanken, die ihm G. von einer schwesterlichen Seele (S. K. von Klettenberg) mitgeteilt habe, erquiken mich Dürstenden. Ausführlich über L.s Glauben an Christus, seine Zweifel und über seine Ablehnung deistischer Vorstellungen. Es sei alles Schwärmerey außer Glauben an Christus, der sich auf sinnliche Erfahrungen gründet. Wenn es keiner Zeugen des Lebens Christi [...], wie die Apostel waren, mehr bedürfe, so wünsche er zu wissen, welche unmittelbare Umgangsweise mit Christus, der edle Denker izt noch für möglich, und der gegenwärtigen Ökonomie angemeßen hält. Für L. sei alle Wahrheit [...] Gottes Wort, und das beschränke sich nicht auf die Bibel. - Ankündigung seines Besuchs in diesem Jahr. Er dankt G. für das, was dieser H. Steiner gegeben habe. - K. W. Ramler sei Christ, doch müsse G. dessen Ode garstig vorkommen.
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