Brief
Von Friedrich August Wolf (24. Mai 1799)
W. gewinne erst seit G.s Zuschrift lebhafteres Interesse an dem Plan F. T. de La Gardes, eine mit Kupferstichen versehene Ausgabe seiner "Ilias" herauszubringen. Eigene Typen der griechischen Buchstaben für diese Ausgabe habe er in langwierigen Verhandlungen mit dem Schriftstecher K. Jäck entworfen; dabei Erwähnung der Schrift F. Didots in A. Augers "Demosthenis et Aeschinis [...]" (Paris 1790). Über die für die Ausgabe bestimmte Darstellung der Wegführung der Briseis durch den Stecher J. M. Moreau in Paris und danach durch einen jungen Berliner Künstler. Des letzteren Entwurf habe G. gesehen. W. nimmt G.s Vorschlag mit Freude auf, den Künstlern in den "Propyläen" eine Preisaufgabe für die Ausschmückung des Werkes zu stellen. Der allgemeine Antheil deutscher Künstler an dem Werke würde überdem, auch in merkantiler Rücksicht [...] große Vortheile haben; wenn nur Künstler Laune nicht zu viel Zögerung macht, und die Blätter lediglich mit dem Werke käuflich sind. W. erbittet sich G.s weiteres Interesse für die Sache und sagt die spätere Übersendung einer neuen Probe des SchriftStiches zu, um hierzu G.s und J. H. Meyers Urteil zu erfahren.
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