Brief
Von Karoline Herder (10. September 1798)
Bezug nehmend auf G.s Hilfe für ihre Söhne wendet sich H. vertrauensvoll mit ihrer Sorge um Adelbert erneut an G.: Es bestehe der Verdacht, daß der heuchlerische Verwalter des Kammergutes in Oberweimar, der die unordentlichste u. niederträchtigste Wirthschaft führe, dem Herzog Karl August nicht die Wahrheit über Adelberts Kenntnisse und Leistungen berichten werde. Sie bittet G., ihm vielleicht Muth u. Gedult zuzusprechen und sich bei Pastor E. F. C. Netto in Oberweimar über Adelbert zu erkundigen, [...] geben Sie ihm nur vor der Hand einige Hoffnung daß er nicht vergebens in Oberweimar sei, daß der Herzog auf ihn merke u. ihm einen Pacht anvertrauen werde. - Bittere Klage über ihre Abhängigkeit von Empfehlungen durch Mittelspersonen. G. möge H.s Kindern in den kritischen Jahren ihres beruflichen Fortkommens seinen Beistand nicht versagen. Lassen Sie unsre Kinder nicht ganz u. gar unterdrücken.
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