Brief

Von Friedrich Christian Karl Heinrich Münter (30. August 1823)

Die über den gemeinschaftlichen Freund W. Uhden an M. herangetragene Bitte um den Abdruk der Paste mit der Darstellung des Odysseus mit dem Ruder aus M.s Altertümersammlung könne M. erst jetzt erfüllen, da er eine Amtsreise unternommen habe. Neben den gewünschten Schwefelabgüssen lege M. zudem einige andre Abgüße von Gemmen und Pasten aus seiner kleinen Daktyliothek bei sowie zwei persische Gemmen aus der Sammlung König Friedrichs VI. von Dänemark, die K. Niebuhr bereits in seiner "Reisebeschreibung" (Bd. 2, Tab. XX) publiziert habe. Die Gemme, den Venustempel von Paphos darstellend, sei die Grundlage für den von G. F. Hetsch, Sohn von P. F. von Hetsch, gefertigten Aufriß jenes Tempels. Die Schrift mit einer historischen Einleitung von M. sei zurzeit im Druck ("Der Tempel der himmlischen Göttin zu Paphos"). Fortsetzung der Gemmenbeschreibung, darunter jener Titus Manlius Imperiosus, qui primus clavum fixit in Capitolio (? T. Manlius Imperiosus Torquatus); F. Brun habe den Karmeol in Rom als einen Brutus gekauft. Einen Anker mit zwei Fischen und dem Namen Jesus habe M. in seiner (beiliegenden) Schrift "Symbola veteris ecclesiae" (Ruppert 2689) behandelt. Den goldenen Ritterring habe W. Tischbein einem Bauern auf dem Schlachtfeld von Hannibal und Marcellus abgekauft und ihn dann K. F. B. Brun geschenkt, von dem ihn M. erhalten habe; ferner erwähnt: Homer. - M. erlaube sich einige kleine Schriften hinzuzufügen, die entweder gar nicht oder nur sehr wenig in den Buchhandel gekommen seien (alle von M.: "Recherches sur l'origine des ordres de chevalerie du royaume de Dannemarc", Ruppert 3451, "Om Frankernes Mynter I Orienten", ebd. 2499, "Forklaring af en inscription paa en gammel Etruscisk Ara i Cortona", ebd. 2100, "Epistola ad ... Sergium ab Ouvaroff ... de monumentis aliquot veteribus scriptis et figuratis penes se exstantibus", ebd. 2099, "Narratio de Lucio primo episcopo romano", ebd. 2687). M.s "Untersuchungen über den Ursprung der dänischen Ritterorden" sei zunächst auf Dänisch erschienen, dann ins Deutsche übersetzt worden. Zu den "Symbola veteris ecclesiae" habe J. von Hammers Angriff auf die Tempelherren ("Mysterium Baphometis relevatum") den Anlass gegeben. Aus Zeitgründen habe M. die Weimarischen Idole nicht behandeln können und ohne sie je gesehen haben, bezweifle er dennoch nicht deren Echtheit und glaube, dass sie von den Paulikianern herrühren könnten. Wären Abdrucke der Kupferplatten auf denen sie in den Curiositeten abgebildet sind (F. Sickler "Merkwürdige alte orientalische Götzenbilder"), erhältlich, so bitte er die Zusendung über E. F. von Schlotheim. - Grüße von F. Brun.

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