Normalzeugnis Zeugnis

Dichtung und Wahrheit XIV (WA I 28, 280)

Ich freute mich den herrlichen Rhein wiederzusehn, und ergötzte mich an der Überraschung derer, die dieses Schauspiel noch nicht genossen hatten. Nun landeten wir in Coblenz; wohin wir traten, war der Zudrang sehr groß, und jeder von uns dreien erregte nach seiner Art Antheil und Neugierde. Basedow und ich schienen zu wetteifern, wer am unartigsten sein könnte; Lavater benahm sich vernünftig und klug, nur daß er seine Herzensmeinungen nicht verbergen konnte, und dadurch, mit dem reinsten Willen, allen Menschen vom Mittelschlag höchst auffallend erschien. Das Andenken an einen wunderlichen Wirthstisch in Coblenz habe ich in Knittelversen Diné zu Coblenz aufbewahrt ... Ich saß zwischen Lavater und Basedow: der erste belehrte einen Landgeistlichen über die Geheimnisse der Offenbarung Johannis, und der andere bemühte sich vergebens, einem hartnäckigen Tanzmeister zu beweisen, daß die Taufe ein veralteter und für unsere Zeiten gar nicht berechneter Gebrauch sei. Und wie wir nun fürder nach Cöln zogen, schrieb ich in irgend ein Album:

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