Brief
Von Bettina Brentano (Arnim) (Anfang Januar 1808)
Wer auf der ganzen Welt weiß es, wie ich Dich achte und liebe und ehre [...] ? B. sei glücklicher jezt im Andenken der Vergangenheit als bei ihrem Besuch in Weimar (November 1807), wo ihre eifrige Liebe Trübungen verursacht hab. Seit sie um G. wisse, sei Friede und Fülle über sie gekommen. Am Vortag habe sie mit Arnim über G. gesprochen. - Sie sei heute (? von L. Grimm) gemalt worden und habe dabei andächtig in Carls des großen Jugendjahren (? Einhard "Vita Caroli Magni", Helmstedt 1806 oder C. von Aretin "Älteste Sage über die Geburt und Jugend Karls des Großen", Ruppert 149) gelesen. Da hab sie das blaue Gouvert erhalten (mit G. s Sonetten) und sich darin in Göttlichem Glanz wiedergebohren gefunden. - B. erinnert an ihr Erlebnis in der Weimarer Bibliothek, wo sie der jungen Büste G.s (von Trippel) einen Kuß geben mußte. Bei den abendlichen Gesprächen mit Arnim rausche die Flut ihrer Liebe zu G. Gewaltsam in ihr Herz. Ich frag Dich? bist Du nicht wieder ganz jung bei mir? - Morgen reise sie nach Frankfurt, wo sie G.s Mutter alle mögliche Sorgfalt angedeihen lassen wolle.
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