Brief
Von Friedrich Heinrich Jacobi (21. Oktober 1774)
Empfindungen über G.s Roman "Die Leiden des jungen Werthers", den J. zunächst allein gelesen, dann aber J. J. W. Heinse (genannt Rost) vorgelesen habe, der davon ebenfalls stark beeindruckt worden sei: Ueber alles, was Göthe bisher gemacht hat, sagt' er, ist diesgöttliche Werk, ganz voll Kraft, ganz voll Leben, aber damit auch alle seine Kraft, all sein Leben [...]. - Bericht von einem Gespräch über die Frage, wie sich die Rezensenten G.s Roman gegenüber verhalten würden. - Heinse habe am folgenden Morgen eine Ankündigung des "Werther" für J. G. Jacobis Zeitschrift "Iris" übergeben. Man werde zwar das alberne Ding nicht drucken, J. lege aber eine Abschrift bei. Bemerkungen über Heinses Mentalität: er habe kein Herz, sein Feuer sei bloße Glut der Sinne. Darum habe Heinses "Laidion oder die eleusinischen Geheimnisse" (1774) J. zwar ergötzt, aber nicht gerührt.
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