Brief
Von Helfrich Bernhard Hundeshagen (27. Dezember 1822)
Neujahrsglückwünsche. - Über die Wiederaufnahme seiner vor Jahren unternommenen architektonischen Analyse griechischer Baudenkmäler, namentlich des Parthenons und des Tempels der Minerva in Athen mit dem Ziel, den verloren gegangenen Canon der Griechischen Baukunst wieder aufzufinden. Die Analyse habe zur Erkenntnis der vollkommenen Reinheit und Schärfe in den Formen der Alten Baukunst geführt. In einer Spezialfrage seien bereits die antiken Baumeister Iktinos und Karpion (in einer nicht überlieferten Abhandlung über den Parthenon; vgl. u. a. Vitruv "Zehn Bücher über Architektur", 7. Buch) zum gleichen Ergebnis wie H. gelangt; erwähnt: H.s Werk "Kaiser Friedrichs I. Barbarossa Palast in der Burg zu Gelnhausen" sowie die ihm zugänglichen Originalwerke über die Ruinen Griechenlands (u. a. J. Stuart und N. Revett "The Antiquities of Athens" und "The Elgin Marbles from the Temple of Minerva at Athens"). - H. habe noch keine feste Anstellung und Besoldung, da bei der Organisation der Rheinischen Universität kein Lehrstuhl für Architektur errichtet worden sei. Zur Fortführung seiner Arbeiten bedürfe er der Anregung und Teilnahme, die er sich von G. erhoffe.
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