Brief

Von Friedrich Schiller (16. März 1801)

S. wolle noch bis Ostern in Jena bleiben und hoffe, bis dahin die rohe Anlage der "Jungfrau von Orleans" zu vollenden. - Über F. Schlegels Habilitationsdisputation, unter Erwähnung von J. A. H. Ulrich, C. G. Heinrich, J. C. Hennings und J. C. W. Augusti: Weil es Schlegel gelungen sei, die gegen ihn vorbereiteten unkorrekten Angriffe mit vieler Mäßigung und Anständigkeit zurückzuweisen, sei sein schon sehr gesunkener Kredit als Dozent wieder gehoben worden. - D. F. Veits beiliegender Roman "Florentin" (Lübeck und Leipzig 1801) sei zwar eine seltsame Fratze, habe S. aber doch eine beßere Vorstellung von der Verfaßerin gegeben. Er zeige, wie weit die Dilettanterey wenigstens in dem Mechanischen und in der hohlen Form kommen könne. - Die Aufgabe zu einem Gemählde an Hartmann hat mich überrascht [...]. Überlegungen dazu. - Viel Glück zu den Fortschritten im Faust, auf den die hiesigen Philosophen (Niethammer und Schelling) ganz unaussprechlich gespannt sind. - Bitte um Übergabe der Beilagen (S.s Briefe an seine Frau und F. K. L. V. Seckendorf).

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