Brief
Von Johann Kaspar Lavater (28. Juli 1782)
G.s Brief habe L. erfreut und ihn auf's neue überzeugt, daß sie sich über gewisse grosse Puncte treffen müßten. Als Beweis dafür zitiert L. eine Stelle aus seinem Brief an J. S. Semler (vom 27. Juni 1777). - L. erläutert ausführlich sein Verhältnis zu Gott, das durch die Person Christi vermittelt werde, und begründet dabei seinen Glauben an das Übernatürliche oder Wunderbare. - G.s Urteile seien für L. immer, wo nicht, wie Orakel, doch tiefe Fundgruben der Wahrheit gewesen. Nur zwei der Urteile habe er nicht begreifen können, eines vor 9 Jahren, eins jezt im Julius 1782. Er bitte, ihm die Stellen der ausschließenden Intoleranz [...] anzuzeigen, die du in meinem Pilatus gewis gefunden zu haben glaubst. - Befremden über G.s Frage, ob er K. F. G. von Wartensleben gegen Alles, was nicht Christ ist, so eingenommen habe. Lies oder lies nicht ... (? einen Teil von L.s "Religionsunterricht an Wartensleben"). Lieber, wenn ich genau noch bin was ich vor 9 Jahren war - warum bist du es nicht mehr?
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