Brief
Von Karl Friedrich Graf Reinhard (15. Oktober 1820)
Dank für das neue Heft "Über Kunst und Altertum" (II 3). - Das schöne, fromme Band der Patenschaft (bei Wolfgang von Goethe) binde R. auch an G.; erwähnt: A. und O. von Goethe. - Zu R.s Vorschlag, Graf K. Beust auf seiner Reise zu seinen Kommittenten (Großherzog Karl August von Sachsen-Weimar und die Herzöge von Sachsen-Gotha, Sachsen-Meiningen, Sachsen-Hildburghausen und Sachsen-Coburg-Saalfeld) zu begleiten. - Reflexionen über den Inhalt von "Über Kunst und Altertum": Die Beschreibung der transparenten Gemälde N. Königs (vgl. H. Meyer "Transparentgemälde") und die Reminiszenzen des 'durchscheinenden Trüben' (vgl. G.s Nachwort zu Meyers Aufsatz) haben R. an die Lehrstunden in Carlsbad (1807) erinnert. Im Nachtrag zu "Philostrats Gemälde" finde er Diderot (vgl. "Essais sur la peinture") und W. Heinse (vgl. "Über einige Gemälde der Düsseldorfer Galerie") wieder. Frage, ob G. das "Annuaire de l'école française de peinture" von A. H. de Kératry kenne. Zu G.s Beiträgen: Die Skizze des italiänischen Trauerspiels (A. Manzoni "Il Conte di Carmagnola"), die Lieder ("Töne Lied aus weiter Ferne ..."), die Ballade ("Herein, o du Guter! ..."), die zahmen Xenien; letztere hätten den jungen Leuten (? darunter V. von Wimpffen) mitunter ein wenig spanisch geklungen; erwähnt: R.s Sohn Karl und Tochter Sophie sowie deren Freundin A. Jacobi, eine Enkelin F. von Jacobis; Bezugnahme auf die Xenien "Den hochbestandnen Föhrenwald ..." und "Die Axt erklingt ...". - Dem neuen morphologischen Hefte (I 2) sehe R. mit Verlangen entgegen; Zitat aus G.s Versen "Weite Welt und breites Leben ..." (auf dem Titelblatt von "Zur Naturwissenschaft überhaupt" I 1). - Anspielung auf verschiedene politische Ereignisse, darunter die Vorkommnisse in Neapel, den Kongreß von Troppau und die Einsetzung der Zentraluntersuchungskommission in Mainz; dabei Zitat von Horaz ("Oden" I 3, 27). - Empfehlung von T. von Faber und L. Drouet; erwähnt: A. von Kotzebue, C. Reinhard, J. Kapodistrias und A. Catalani. - R. plane, am 19. Oktober zur Weinlese nach Apollinarisberg zu reisen. S. Boisserée, der sich in Paris aufhalte, habe R. mit allzu voreiliger, blos die eigne Konvenienz kaufmännisch berechnender Rücksichtlosigkeit gedrängt, den ihm gehörenden Teil von Apollinarisberg bereits jetzt an ihn abzutreten. - Erneute Mitteilung seiner Freude über G.s Brief vom 15. September unter Verwendung eines weiteren Zitats von Horaz ("Episteln" I 1, 19). Meine Existenz ist seit Jahren zwischen Berufs-Geschäften, und kursorischer, in verschiedne Gebiete streifender Lektüre getheilt, aber fast immer innerhalb der Gränzen der Erscheinungen des Tags. Bezugnahme auf G.s Betrachtung "Bedenklichstes" (in: "Über Kunst und Altertum" II 3).
Bezüge im Wissensnetz
Erwähnt (28)
GZP-Knowledge-Graph28 Einträge — alle anzeigen →
Ist Antwort auf (2)
GZP-Knowledge-GraphAntworten darauf (1)
GZP-Knowledge-GraphHat Sprache (1)
GZP-Knowledge-Graph- Deutsch
Wurde abgesendet von (1)
GZP-Knowledge-GraphWurde gesendet an (1)
GZP-Knowledge-GraphWird angeführt von (1)
GZP-Knowledge-GraphHat Zeitspanne (1)
GZP-Knowledge-GraphKategorie (1)
GZP-Knowledge-Graph- Brief und Korrespondenz