Brief

Von Johann Jakob von Willemer (29. März 1817)

Wie die übrigen Pflanzen, die der Frühling belebe, treibe auch die Hoffnung W.s und seiner Frau auf ein Wiedersehen mit G. Knospen. Einladung, den bekannten Kreis der Seinen und die alten Freunde entweder in Frankfurt oder auf der Gerbermühle wieder um sich zu versammeln. Diesen Wunsch teile auch der neue Mitbürger K. vom und zum Stein (Ehrenbürger Frankfurts seit November 1816), der G. die Leitung aller Kunsteinrichtungen der Stadt, darunter das Theater und das Städelsche Institut, anvertrauen möchte. Klage über die fachliche Nichteignung und das auf Machterhaltung orientierte Handeln der derzeitigen Leiter (J. P. Leerse und P. Zickwolff; vgl. RA 7, Nr. 758). - Über W.s Nobilitierung, für die er Taxen bezahlen mußte. Mutmaßungen über die Gründe; erwähnt: Kaiser Franz von Österreich und W.s Sohn (Abraham). Das Diplom sei am 18. Oktober (Gedenktag der Schlacht bei Leipzig; vgl. RA 6, Nr. 1354) angekommen. - Bemerkungen zu W.s neuestem (mitgesandten) Buch "Theofon oder von dem Zustand nach dem Tode" (Ruppert 3148) und seinem Verhalten gegenüber Kritikern; Anspielung auf G. M. Klein (Rezensent des 5. Hefts von W.s "Bruchstücken zur Menschen- und Erziehungskunde religiösen Inhalts"; in: JALZ 1814, Nr. 195). Im "Theofon" habe W. sich vermessen, nicht blos mit einem Professor, sondern auch mit dem Teufel anzubinden!. - Das Exemplar für Jena folge bei Gelegenheit (vgl. Rezension von J. C. F. Dietz, in: JALZ 1818, Nr. 121).

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