Brief
Von Adelheid Amalia Fürstin Gallitzin (30. 31. November oder 1. Dezember 1801)
Sie freue sich, daß G. auf ihre freundschaft noch einigen Werth lege und daß ihn nur Pflicht allein abgehalten habe, sie zu besuchen. Von ihrer vergeblichen Hoffnung auf diesen Besuch und den Verletzungen, die eine Liebe zum Schönen und Guten erleiden könne. Dieses Schiksal habe G. sicherlich angesichts des Kunstraubs der Franzosen in Italien erfahren, so wie sie es erlitten habe, als sie G.s Namen in Verbindung mit dem Nahmen eines Menschen (Schiller) muste nennen hören, der in Xenien, Männer vom unbescholtensten Caracter und rufe [...] mit allerlei ungeziefer vermengt auf eine Karre gepakt, und auf den jahrmarkten umher hatte fuhren lassen, dem Volk zur Schau und zum Gespött. Aus Homerischen Gefäßen ("Hermann und Dorothea") habe ihre Liebe wieder Heilung erfahren. - G.s Mitteilung, daß ihre Steinsammlung eventuell an Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha verkauft werden könne, komme ihr sehr gelegen. Für die Gründung einer Anstalt zur Pflege der kranken brauche sie 12 000 Reichstaler. Da sich die bisherigen Verkaufsmöglichkeiten - unter anderem an Katharina II. von Rußland - zu sehr in die Länge zögen, bitte sie G., in ihrem Interesse mit Habsuchtigen Eifer zu handeln. Gute Wünsche für G. und Nachrichten von F. L. zu Stolberg.
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