Brief

Von Friedrich Schiller (18. August 1802)

Was G. eine unproductive Stimmung nenne, würden sich die meisten andern als eine vollkommen ausgefüllte Zeit anrechnen. Wunsch, daß irgend ein subalterner Genius, wie sie gerade auf Universitäten wohnen und walten, die wißenschaftlichen Ideen G.s sammle, redigiere und so für die Welt erhalte. Da G. das eigentlich Didactische gar nicht angehöre, sei er recht dazu geeignet, um von andern bei Lebzeiten beerbt und ausgeplündert zu werden [...]. Hätten wir uns ein halb dutzend Jahre früer gekannt, [...] ich würde Ihre Neigung vielleicht unterhalten haben, diesen wichtigen Gegenständen die lezte Gestalt zu geben, und in jedem Fall würde ich ein redlicher Verwalter des Ihrigen gewesen seyn. - Einige Notizen über Plinius d. Ä., gegen den selbst Haller noch ein Zeitverschwender gewesen sei, hätten S. in Rücksicht auf das was der Mensch aus einer guten Anwendung seiner Zeit machen kann, in Erstaunen gesezt. Erwähnung von Plinius d. J. - Von erfolgreicher Arbeit an der "Braut von Messina". - Durch die politische Entwicklung und ihre möglichen Folgen für seine Existenz werde S. von seiner Arbeit abgelenkt. - Hoffnung, daß die Baureparaturen und sonstige Einrichtungen in seinem Hause mit dieser Woche zu Ende gehen.

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