Brief

Von Anna Amalia von Helvig (10. September 1814)

Nachricht über ihre Ankunft mit den Ihren (Söhne Bernhard und Bror sowie Schwester Luise von Imhoff) in Stockholm am 4. August und den Einzug in eine neue Wohnung. Reflexionen im Zusammenhang mit ihrer zurückliegenden Reise, auf der sie auch in Weimar weilte. Nach der Erledigung der notwendigsten Dinge habe H. die zurückgelassenen Bilder in einem geräumigen Saal wirkungsvoll aufgehängt. Von den acht Gemälden nach Raffael stammten fünf von H., darunter die "Sixtinische Madonna". Ein Domenichino und die "Cecilia" von C. Dolci vollendeten die Sammlung. - Mitteilung ihrer Bekanntschaft mit dem Hofkanzler K. G. von Brinckmann, in dessen Beisein H. die ihr von K. von Helvig verehrten "Werke" G.s ("Werke" A) feierlich einweihte. - Das von H. verfaßte kleine Gedicht, das ursprünglich den (aus den Niederlanden) zurückkehrenden Herzog Karl August begrüßen sollte, trage jetzt wehmütigen Charakter. G. möge selbst entscheiden, ob er es dem Herzog vorlegen oder für sich selbst als stilles Zeugnis verwahren wolle. - Für die altdeutschen Bilder habe H. noch keinen geeigneten Raum in ihrem Haus gefunden. - H. fühle sich entfernt von G. wenig glüklich; Anspielung auf eine Äußerung Leonores in G.s "Tasso"; erwähnt: C. von Stein und K. von Wolzogen. Hoffnung auf die Ruhe der Einsamkeit in Stockholm, um manches, auch mit Hilfe ihrer Schwester Luise, zu vollenden, was sich hier in der Kunst bedeutendes findet.

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