Brief

Von Johann Friedrich Cotta (17. Dezember 1810)

Die Beantwortung von G.s Briefen habe sich durch seinen Umzug nach Stuttgart und einen einst mündlich zu erzählenden wichtigen Vorfall verzögert. - Zu G.s literarischen Plänen: Freude über das (Karlsbader) "Schema zur Biographie" (zu "Dichtung und Wahrheit", WA I 29, 253f.) mit Bitte, sich ausschließlich seiner Autobiographie zu widmen; Hoffnung auf "Wilhelm Meisters Wanderjahre" sowie auf einen Supplementband der Gedichte ("Gedichte", Tübingen 1812, Nachdruck von Bd. 1 der "Werke" A) mit dem Hinweis auf den Wiener Nachdruck ("Werke Aa"; vgl. RA 5, Nr. 1256); zu "Philipp Hackert" (Tübingen 1811) gebe es ein Porträt (von W. Titel), das das Format (der Ausgabe) bestimmen müsse; erwähnt: Frommann. - Ankündigung der "VI Canon" (von Haydn; Augsburg o. J.) und des "Rheinländischen Hausfreundes" (Ruppert 395). - Freude über G.s Zufriedenheit mit M. Retzsch' Illustrationen (vgl. "Umrisse zu Goethes Faust", Stuttgart, Tübingen 1816), aber Skepsis gegenüber der Ausführbarkeit von L. Nauwercks Zeichnungen zum "Faust". - Bei C. G. Frege stehe G. jede zu verlangende Summe zur Disposition; an K. Golla sei Zahlung erfolgt. - Comte J. M. Portalis' Brief (RA 5, Nr. 1567) sei ein grosser Beweiß der Hochachtung. C. wolle diesem seine Ansichten mitteilen, um etwas für den deutschen Büchverkehr mit Frankreich auszuwirken; wir könten [...] auch dergleichen Verordnungen gebrauchen (Napoleons Dekret über Buchdruck und Buchhandel vom 5. Februar). Wenn das empire françois [...] nur immer so zum Guten seine Ausdehnung erhält [...].

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