Brief

Von Johann Heinrich Meyer (18. September 1796)

Über die Aufmunterung, die ihm G.s Brief bereitet habe. Erörterungen zur Vollständigkeit ihrer beider Korrespondenz. - Ausführliche Darlegung seiner Beobachtungen und Überlegungen zur Orginalität der Etrurischen Monumente, vor allem im Vergleich mit Griechischen Wercken späterer Zeit. Das heißt aus Zeiten da die Griechische Kunst schon wieder zu sincken an fieng nach Praxiteles bis zu Anfang der Römischen Herrschaft. - Über Entdeckungen in Kirchen: Anerkennung für Bildhauer- und Goldschmiedearbeiten der Meister F. Brunelleschi, Orcagna, L. Ghiberti, Donatello und L. della Robbia sowie für Gemälde, ausgeführt von Fra Filippo Lippi und Domenico del Ghirlandaio. Hinweis auf die Schönheit der Bilder "Trauer um den Leichnam Christi" und "Madonna mit Heiligen" von P. Perugino. - Obwohl Rom lieber Krieg führe, als die französischen Bedingungen anzunehmen, hoffe man auf einen Generalfrieden. Überlegungen zu künftigen Studienorten: Aus einer Reise nach Pisa wird wohl nichts werden können [...]. Es bleibt Siena od. Cortona übrig. Wenn G. im Frühjahr kommen wolle, müßten sie bis Pfingsten in Neapel sein. - Zu Diderots Schrift "Essais sur la peinture" (Ruppert 2398) M. glaube, daß die Franzosen der Kunst eher schaden als Nutzen. Einen Beleg für seine Behauptung sehe M. in den von den Franzosen in Rom ausgewählten Kunstwerken. G. möge aus französischen Zeitungen die Bilder notieren, die man von Mailand, Parma und Bologna nach Paris geschafft habe. - A. A. von Imhoffs Brief vom 11. August sei eingetroffen. Grüße an alle Freunde.

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