Normalzeugnis Zeugnis
Schiller an Cotta 2. 10. 1794 (SNA 27, 60)
Ich komme eben von Weimar, wo ich 14 Tage bei Göthe gewohnt, und mit ihm Langes und Breites über unsre Horen ausgemacht habe. Er ist einer der eifrigsten von uns, und wird zu jedem Stücke des Journals einen Beytrag geben. Zugleich unterhält er deßwegen einen Briefwechsel mit einem Freunde in Rom Hirt, um immer das neueste aus dem artistischen Fache in Italien zu erfahren. Göthe und ich werden eine Correspondenz über die schöne Kunst mit einander führen, die gleichfalls bestimmt ist, einmal für die Horen gebraucht zu werden. Mein Schauspiel Die Malteser hoffe ich, soll auch vor Ostern fertig seyn, und ein ganzes Monathstück der Horen einnehmen. Auch Göthe hofft uns im nächsten Jahre gleich etwas Dramatisches geben zu können. Auch Hofrath Schütz ist Mitarbeiter an den Horen und wird uns über Beredsamkeit und Poesie der Alten Beyträge liefern. Für das Fach der bildenden Kunst, der Musik, der Baukunst, der Schauspielkunst haben wir auch schon eigene Mitglieder, so daß kein Zweig der Aesthetik wird zurückgelaßen werden.
Wir sind der Meinung, daß Deutsche Schrift der lateinischen vorzuziehen sey.
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