Brief
Von Bettina Brentano (Arnim) (7. bis 8. März 1809)
1809 März 7 B. bekennt ihre leidenschaftliche Liebe zu G. Sein Brief habe ihr mitten in dem hartgefrornen Winter sonnige Tage bereitet. [...] wer aber die Unwahrheit bekämpft, der befestigt die Wahrheit; und also auch die Leidenschaft; und wer resigniert und sich zusammen nimmt, der beweist nur, daß er mehr todt als lebendig ist [...]. 1809 März 8 Verbreitete Kriegsbefürchtungen. Die Bestände von Gemäldegalerie und Bibliothek werden verpackt; erwähnt: J. W. Hamberger. Da Kronprinz Ludwig von Bayern, der Liebhaber der Primadonna, ins Feld ziehe, werde auch das Opern- und Musikleben Münchens eingeschränkt. - Graf F. L. Stadion, der österreichische Gesandte, sei hier ihr einziger Freund. Jacobi habe sie seit vier Wochen nicht besucht, obwohl sie ihm einen langen Brief über seinen "Woldemar" (Ruppert 972) geschrieben habe. Falls sie jetzt an einem Husten sterben sollte, käme ihr Brief gewiß noch als Anhang zum 2. Teil von Jacobis "Eduard Allwills Briefsammlung" heraus. Schelling besuche sie selten. Dessen Frau versuche, sie auf P. Gotter eifersüchtig zu machen. - Dank für Christianes Brief.
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