Brief

Von Johann Sulpiz Melchior Dominikus Boisserée (1. Mai 1820)

Dank für alles das gute und Liebe, das G., wie G. W. von Goes und F. W. von Wimpffen berichteten, gegenüber König Wilhelm I. von Württemberg über B. und seine Arbeit geäußert habe. - Dank für G.s Sendungen. Die Dreikönigs-Legende (G.s Handschrift "Liber de translatione trium regum" von Johannes von Hildesheim, für die Bearbeitung durch G. Schwab) werde sorgfältigst verwahrt und behandelt; erwähnt: die Heidelberger Handschrift der Dreikönigslegende (aus der Bibliotheca Palatina). - B. habe die von G. erbetenen Durchzeichnungen nach Gemälden der B.schen Sammlung vollständig erhalten (vgl. "Die Sammlung Alt-, Nieder- und Oberdeutscher Gemälde der Brüder ... Boisserée und Johann Bertram. Lithographiert von N. Strixner"). Über ein Misverständniß bezüglich der Ursula vom Hemmling (richtig: H. Memling): statt der erwarteten Zeichnungen des Brügger Ursulaschreins habe G. das Buch von C. de Keverberg "Ursula, princesse Britannique" gesendet, das B. bereits vom Verfasser erhalten habe. - An dem ebenfalls mitgesandten "Pfingstmontag" (Lustspiel von D. Arnold) habe B. sich kindisch ergötzt; Anspielung auf S. Brants "Narrenschiff". - G. habe die Medaillen der verstorbenen Königin Katharina Pawlowna von Württemberg nicht erwähnt. P. Bruckmann habe für G. von der größeren einen besseren Abdruck hergestellt, den B. bei Gelegenheit schicken werde. Nun wolle Bruckmann auch Gedenkmünzen auf G. und Schiller herstellen. Er benutze als Vorlage die bei J. H. von Dannecker befindliche nach der Maske geformte Büste (? von K. G. Weisser), wolle jedoch G. selbst gesehen haben. - Die Titelvignette zu B.s DomWerck ("Ansichten, Risse ... des Doms von Köln") habe C. Haldenwang (und L. Schnell) nach einer treflichen Zeichnung von K. F. Schinkel gestochen. - Grüße von M. Boisserée und J. B. Bertram.

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