Brief
Von Karl Joseph Raabe (13. Dezember 1821)
R. habe G. nicht aus Italien geschrieben, da er ihn auf der Rückreise nach Berlin habe besuchen wollen, dann aber in München erfahren habe, daß G. in ein Bad (Marienbad und Eger) abgereist sei. - Das preußische Kultusministerium habe R. mitgeteilt, ihm an der Universität in Bonn nur 200 statt der zugesicherten 600 Reichstaler zahlen zu können, da kein Lehrer der Zeichenkunst bei den anderen Universitaten mehr habe. - Bis zur Entscheidung über sein Gesuch, die ursprüngliche Summe wieder zu bewilligen oder seine Anstellung aufzuheben, das er auf Anraten der Herrn Staatsräthe (u. a. C. L. F. Schultz) an K. vom Stein zum Altenstein gerichtet habe, halte sich R. in Schlesien auf, um seine Eltern zu besuchen. Da nun ganz kürzlich der Bescheid über seine Entpflichtung, nach Bonn zu gehen, eingetroffen sei, bleibe R. den Winter über in Breslau, wo ihm ein Freund eine Wohnung unentgeltlich zur Verfügung stelle, und kopiere seine in Rom und Neapel nach der Natur gemalten Ansichten, darunter fünf für A. von Gneisenau. Über weitere Aufträge und Pläne, die ihn auch nach Weimar führen könnten, wo er G. seine in Italien gemachten Studien vorlegen wolle. - F. von Stein habe sich angeboten, diesen Brief mitzunehmen, und unterwegs ein Altarwerk R.s in Warthau bei Bunzlau zu begutachten. Grüße an G.s Familie.
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