Normalzeugnis Zeugnis
J. I. Gerning, Tagebuch 15. 8. 1793 (*B1 1, 142; SUB Frankfurt)
So denn wieder mit dem edlen vortrefl. Göthe diesen Tag meist zugebracht. – Vor’m Essen zu Dr. Grambs – cognomine Dr. spes Bibbes oder Zwitter aber ’n guter Moa – da schöne Zeichnungen von Grambs? – Roos – gouaches v. Pforr von Tischbein – u. a. – ein schön Neapl. halb Griechisch costum Tanzstück gesehen – Gemälde von Morgenstern – Lingelbach etc. ? bey Städel Vergleichung der Ital. Madonna wovon die Lavaterisch Weimarische u: Mechelische schlechte Sprößlinge sind. bey D Neufville schöne Gemälde von Snyders – Ostade – Dusart – Cranach – und H. Roos mit Ruin Tempel vonLücke im Ms. in Rom und ein Ital. Mondutg. ? v.Lücke im Ms. ein halber A. Elsheimer, ein säuisch artiges längl. u. ein Vesuv Feuer Gemälde von Wudky in Wien.
Dann in B.M’s Bethmanns Garten Mitagessen ich zwischen Sophie /:brav Engl. gesprochen) u: Jeanette – Genie-partie auf Feldberg wird sich hoffentlich erwünscht auf Sonntag machen – Sophie freut sich deß und die gute Mutter Elise stimmte zu. Abends dann mit Göthe um’s Thor gewandelt über das zerstreuende Glück das ihn oft genirende Zeitverliehrende für einen geschäftenden Kaufmann zwar schickliche Gastessen gesprochen – zu Barckhausens – Louisens Gemäld und Zeichng. bewundert, wo eben deren ältere Schwester Fr: v. Oettingen v: Wetzlar, eine weiland Atnasia Göthen’s ankam, der er entgegen gieng u: welche ihm noch schmachtende Augen zuwarf. – Wie sonderbar sich oft die Verhältniße wiederfügen. Donner ließ sich hören und Regen begann zu säuseln u: so kamen wir was weniges genetzt zurück.
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