Brief
Von Johann Heinrich Meyer (18. bis 20. Mai 1794)
1794 Mai 18 M. sei vor Freuden fast truncken, über die Entdeckung eines Amorkopfes, dessen Ernstes göttliches Ansehen nur durch einen Zug von Huld gemäßigt sei, eines schönen Kopfes einer Bacchantin und zweier vortrefflicher Brustbilder von Kaiserinnen, als Cybelen mit Mauerkronen vorgestellt. 1794 Mai 19 bis 20 Obwohl sich die "Venus mit dem Lautenspieler" von Tizian schwer kopieren lasse, wolle es M. versuchen. Erwägungen dazu. - Meinungsäußerungen zu den farbigen Papierproben. - G. möge das Urteil des Fürsten Leopold III von Anhalt-Dessau über das von M. angefertigte Aquarellgemälde einholen. - Seine Tätigkeit in Dresden bestehe im intensiven Betrachten der Gemäldegalerie und im Anlegen von Studien zu A. Correggios "Madonna mit dem heiligen Sebastian" und zum heiligen Sixtus aus Raffaels "Sixtinischer Madonna". M. hoffe, nebenbei das Motiv Madonna & Kind als Brustbild zu tuschen und Herzog Karl August zur Verfügung zu stellen, um die Kosten seines Aufenthaltes in Dresden zu verringern. J. C. Seydelmann erhalte 20 Dukaten für eine Kopie. - C. G. Körner empfehle sich. Beyliegender Brief hat den Ihnen bekanten Inhalt. Hiebey sind anmerckungen über Corregios Bilder [...].
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