Brief
Von Friedrich Heinrich Jacobi (9. Oktober 1785)
J. bestätigt den etwas verspäteten Eingang von G.s Brief, der seine Briefe vom 17. und 18. September 1785 beantwortet habe. - Den "Prometheus" habe J. (in seiner Schrift "Über die Lehre des Spinoza in Briefen an den Herrn Moses Mendelssohn", 1785) in der Weise veröffentlichen wollen, wie G. es jetzt geäußert habe. Auch habe er vorgehabt, das Gedicht ("Edel sei der Mensch") ohne weiteres ganz unschuldig (d. h. anonym) unter den Text zu setzen, doch sei ihm stark und anhaltend [...] eingeredet worden. So sei letztlich auch die Note (das Gedicht "Prometheus" betreffend, ebd. S. 11) hinzugekommen, weshalb ein halber Bogen der Auflage habe umgedruckt werden müssen, wie einliegendes Fragment bezeuget. Doch alles füge sich ja am Ende, daß man es in einer Theodicee gebrauchen könne. - Von der Fürstin Gallitzin habe er Nachricht vom 23. September, doch über ihren Weimarer Aufenthalt wünsche er mehr Mitteilungen. Bedauern, daß Wieland sich bei der Fürstin schlecht empfohlen hat. J. habe ihm geschrieben und ebenfalls um Nachrichten aus Weimar gebeten. - G.s Äußerung über J.s "Spinoza" sei so vornehm gewesen und lasse so gleichgültig. - Die Nachricht wegen der Afrikaexpedition werde er J. W. von Hompesch mitteilen. - Um die Kiste Wildberger Mineralien, die G. vermutlich noch nicht erhalten habe, habe J. nochmals geschrieben. - Grüße an Herder.
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