Normalzeugnis Zeugnis

J. V. Teichmann, Goethe in Berlin (Teichmann S. 5)

Aus mündlicher Mittheilung Ludwig Tiecks, der es vom Hörensagen in späteren Jahren so vernommen, erfuhren wir noch folgendes: Burmann, ein Zeitgenosse der Karschin, hatte, gleich nachdem Goethe seine Stella geschrieben, die er ein „Schauspiel für Liebende“ genannt, sich an diesen gewandt und ihn in schlichten Worten sein Herz und seine Sympathieen erschlossen. Darauf hatte Goethe ihm statt aller Antwort ein in rosa Atlas gebundenes Exemplar dieses Buches übersandt. Als Goethe hier Berlin ankam, suchte er bald Burmann auf. Nach einigen Worten fragt ihn dieser, wer der denn sei, und als ihm Goethe seinen Namen genannt, springt er hoch auf vor Freude, wirft sich auf den Boden des Zimmers und rollt sich wie ein Kind auf demselben herum. Goethe, diese eigenthümliche Bewegung nicht begreifend, fragt ihn, was er habe, worauf dieser jubelnd ihm entgegen lacht, freudig ihm erwiedernd: ich kann meine Freude über Sie nicht besser ausdrücken. Nun, erwiederte Goethe lachend, dann will ich mich auch zu ihnen werfen, und so lagen beide auf den Dielen des Zimmers.

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