Brief
Von Friedrich Heinrich Jacobi (9. November 1796)
J. dankt für G.s Briefe und für das Paket mit dem 4. Band von "Wilhelm Meisters Lehrjahren". Ein Kasten mit nordischen Victualien gehe am 12. November ab. - J.s Eindrücke und Auffassungen zu "Wilhelm Meister": Mit zwei Zitaten weist er auf die Bedeutung der Beziehung Wilhelms zum Harfner und zu Mignon hin. Sieh, Lieber! dies war mein Mittelpunkt, aus dem ich den Stral zog, der mir Maaß u Mittel des Umkreises, u alles in ihm Bildlichen und Meßbaren wurde. - Du scheinst mir aus diesem Kraise herausgetreten zu seyn, u mir fehlt nun die Haltung für das Ganze. - J. schickt G. die "Beiträge zur Elementarphysiologie" von F. B. X. Baader (Ruppert 4342). Es herrscht zwischen Baader u mir eine solche durchgängige Ähnlichkeit u Verschiedenheit der Vorstellungsarten u Meynungen, daß ich ein ganz eignes Intereße an ihm nehmen muß. W. von Humboldt habe sich mit Baader nicht gut [...] vertragen können. - Verärgerung über die Parodie von Humboldts Rezension des "Woldemar" (Ruppert 972) im 8. Stück von "Deutschland". Ein junger Mensch (F. Schlegel) in Jena, der viel Lärm dort macht, soll der Verfaßer seyn.
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