Normalzeugnis Zeugnis

W. v. Humboldt an Schiller 7. 12. 1797 (Seidel 2, 129)

Goethen trafen wir leider nicht mehr, allein die Spuren seines Andenkens erheiterten uns einen sonst sehr verdrießlichen Tag. Wir fuhren bei ganz dunklem fatalen Wetter von Rapperswyl, am Ende des Zürcher Sees, nach Zürich und aßen den Mittag in einem Dorfe am See Stäfa. Ganz ohne daß wir es ahndeten, entdeckte es sich da, daß der Wirt ein Onkel von Meyer sei und daß Goethe dort mehrere Wochen gewohnt habe. Wir besuchten seine Stube, den Altan, von dem er eine herrliche Aussicht genossen haben muß, erkundigten uns viel nach seinem Tun und Befinden, und aus den Reden des sehr verständigen Wirtes glaubten wir schon da das Dasein einer neuen Arbeit zu bemerken, die Sie uns nun im „Tell“ verkündigen. Nur um 8 Tage haben wir uns verfehlt.

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