Brief
An Nicolaus Meyer (14. Januar 1807)
Sehr ungern haben wir vernommen, mein werthester Herr Doctor, daß Sie eine Zeither an einem bösen Uebel gelitten und freuen uns, daß es wieder besser geht. Lassen Sie uns bald Ihre vollkommene Herstellung erfahren. Wir halten uns die sen Winter ganz leidlich, doch sehe ich dem Frühjahr und Sommer entgegen, die mir eine Reise nach Carlsbad wieder möglich ma chen sollen.
Die Pricken sind angekommen und erinnern uns an jene Zeiten wo noch alles vollauf war, und wo Handel und Wandel sich freyer hin und herbewegte.
Wie sieht es denn jetzt mit der Versendung der Wegdwoo dischen Waren aus? Ich wünschte ein Service für 12 Personen, wovon ich das mir übersandte Verzeichniß wieder beylege. Allein die Gefahr, daß es mir unterweges weggekapert würde, möchte ich nicht gern übernehmen. Sie und Ihre Handels leute werden am besten beurtheilen können, was zu thun ist. Haben Sie die Gefälligkeit mir darüber nächstens Ihre Gedan ken zu sagen. Uebrigens leben wir hier in der größten Ruhe, als wenn gar nichts gewesen wäre und erholen uns nach und nach von den erduldeten Unfällen.
Die Meinigen grüßen zum Besten, wozu ich die Versiche rung hinzufügen kann, daß wir unsers Freundes Meyer und seiner lieben Gattinn oft in Ehren gedenken
Weimar den 14. Januar 1807.
G
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