Normalzeugnis Zeugnis
F. Münter, Tagebuch 30. 11. 1786 (Andreasen 3, 248)
Den ganzen Morgen brachte ich bey Moriz zu, der das Unglük gehabt hatte auf der Rükkehr von Fiumicino, bey S. Luigi de’ Francesi, den Arm zu brechen, da sein Pferd mit allen vieren hinfiel ... Ich ass mit Lips, einem trefl. Menschen, demselben, der die vielen Platten zu Lavaters Physiogn. gestochen. bey Goethe. gieng dann zu Moriz, u. mit allen zu Grund, Miniatürmal. aus Wien, Ruby’s Schwager, bey dem der Conte Ronconi di Meldola, der den Pabst gemalt, s. Taschenspieler Künste machte, die ganz gut giengen. Dieser Conte Ronconi hatte sich Rechnung drauf gemacht, für seine Künste ein gutes Trinkgeld zu gewinnen. Sein Bedienter, der schon in der Geselschaft einen homme comme il faut spielen wollte, hatte sich an die Thüre gestellt, um das Geld in Empfang zu nehmen: keiner merkte es aber, oder dachte dran einem Grafen etwas zu bieten, so dass er nichts kriegte. Nachher hat er sich bey Grund über questi Tedeschi beschwert. drauf suchte ich den Wundarzt von La Consolazione, Massimmi, auf, da Moriz gräul. Schmerzen litt, u. s. Sachen, ob er gut verbunden sey, nicht gewiss war. holte ihn, u. Moritz ward verbunden. Wir ordneten die Stunden der Wache, u. die Nächte, die jeder bey ihm zubringen sollte, u. blieben alle bis spät bey ihm.
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