Normalzeugnis Zeugnis
Reise in die Schweiz 1797. Stuttgart, den 31. August 1797 (WA I 341, 291)
Ich habe nun auch die Vasen von Isopi gesehen, von welchen Wolzogen auch nicht zu viel erzählt hat. Der Einfall, den Henkel und die Schnauze der Kanne durch Thiere vorzustellen, ist sehr artig und sehr gut angebracht, besonders an der einen, da der Kranich, der aus dem Gefäße trinkt, den Henkel, und der betrübte Fuchs die Schnauze macht. Die Arbeit aber in Feinheit und Zierlichkeit geht über alle Begriffe. Er verlangt für die beiden großen und noch drei oder vier kleinere 500 Ducaten. Man muß bei der Arbeit immer an Cellini denken, und so auch bei dem Menschen. Obgleich Isopi keine Spur von jener Rohheit hat, so ist er doch ein eben so fürchterlich passionirter Italiäner. Die Art wie er die Franzosen haßt und wie er sie schildert, ist einzig; so wie er überhaupt eine höchst interessante Natur ist.
Als die Franzosen nach Stuttgart kamen, fürchtete man eine Plünderung. Er hatte seine Vasen wohl eingepackt im Danneckerischen Hause stehen. Heimlich kauft er sich ein Paar Taschenpistolen, Pulver und Blei und trägt die Gewehre geladen mit sich herum, und da man in der ersten Nacht unvorsichtiger Weise einige Franzosen in’s Haus läßt, die, nach der gewöhnlichen Marodeurs-Manier, zu trinken forderten, sich aber nachher ziemlich unartig bezeigten, stand er immer dabei und hatte die Hände in der Tasche, und nach einigen Tagen kam es heraus, daß er entschlossen gewesen, dem ersten, der sich seinem Zimmer und dem Kasten genähert hätte, eine Kugel durch den Leib zu jagen und neben seinen Arbeiten zu sterben.
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