Brief

Von Anton Genast (21. Juli 1815)

Dank für G.s Schreiben. - Nachrichten vom Hof: Prinzessin Katharina Pawlowna von Oldenburg zu Ehren habe man mehrere Schauspiele geben müssen; die Hohen Herrschaften (? von Oldenburg) seien inzwischen nach Wiesbaden abgereist. Großherzog Karl August werde zur Kur nach Baden (B.-Baden) gehen und Erbgroßherzogin Maria Pawlowna mit ihren Kindern (Maria und Augusta) nach Wilhelmsthal. - Genast habe von Baron von Münchhausen die Zusage erhalten, daß F. Beuther bis Ostern bleiben könne. - Der Brief aus Riga von den Söhnen H. Treuters sei noch nicht angekommen. - Mitteilungen über die Theaterspielpläne in Erfurt und Weimar; dabei erwähnt: "Der Rehbock", "Rudolph von Habsburg" und "Der Wildfang" (alle von Kotzebue), "Die Schweizerfamilie" (von J. Weigl), "Lorenz Stark" (von F. L. Schmidt), "Die Entführung aus dem Serail" (Oper von Mozart), "Hedwig" (von T. Körner), "Das Geheimnis" (Oper von J. P. Solié), "Diener zweier Herren" (von Goldoni, Bearbeitung von F. L. Schröder), "Die Geschwister" (von G.) und "Die Schachmaschine" (von H. Beck). Morgen werde das neue Stück von Kotzebue ("Des Hasses und der Liebe Rache") nach der Idee von "Zwei Worte, oder die Nacht im Walde" (Oper von N. Dalayrac, Text von B. J. Marsollier) gegeben. Zur Rollenverteilung; erwähnt: K. L. Oels, B. Lortzing, J. J. Graff und W. Deny. - F. Kirms habe sich wegen G.s Festspiel "Des Epimenides Erwachen" sogleich in Rapport gesetzt; er lasse sich empfehlen. - Beuther arbeite sehr fleißig und habe die Dekorationen zu "Titus" (Oper von Mozart) fertiggestellt, ebenso die Bauernstube (für A. Boieldieus Oper "Johann von Paris"). - Empfehlungen von der Schauspielergesellschaft sowie von Genasts Kindern (C. Unzelmann sowie Eduard).

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