Brief

Von Friedrich Schiller (28. April 1801)

Über das erfolgreiche Gastspiel J. G. Gerns als Sarastro (in der "Zauberflöte") und als Tarare (in A. Salieris "Tarare"). - Cotta, der für wenige Stunden in Weimar gewesen sei, hoffe auf der Rückreise auch G. zu treffen. Über J. G. Müller, der in Cottas Begleitung gekommen sei, und über 4 Zeichnungen G. F. E. Wächters zum "Wallenstein". - Die Bearbeitung von "Nathan dem Weisen" werde G. zur Verteilung der Rollen an die Schauspieler zugeschickt. S. wolle mit dem Schauspielervolk nichts mehr zu schaffen haben, zu dem es nur ein einziges Verhältniß gebe, den kurzen Imperativ, den S. jedoch nicht auszuüben habe. - Herzog Karl August habe sich gegenüber C. Schiller und K. von Wolzogen über "Die Jungfrau von Orleans" geäußert und halte das Stück nicht für spielbar. S. wolle es nicht aufs Theater bringen, zumal J. F. G. Unger darauf rechne, das Werk als eine vollkommene Novität zur Herbstmesse bringen zu können. Dann schreckt mich auch die schreckliche Empirie des Einlernens [...]. - S. trage sich jezt mit zwei neuen dramatischen Sujets (? "Die Braut von Messina" und "Die Gräfin von Flandern", "Die Maltheser" bzw. "Warbeck").

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